Dienstag, 8.4.2014 – On the road to Hellnar

Beautiful People
Beautiful People

Morgens haben wir also zum letzten Mal das opulente Frühstücksbuffet im Hilton genossen. Für den Rest des Urlaubs werden wir Selbstversorger sein. Nach dem Frühstück wurden noch schnell die Koffer gepackt, ausgecheckt und die Rechnung gezahlt und es konnte losgehen zur ersten Sehenswürdigkeit des Tages.

Das Grótta Lighthouse ist ein Leuchtturm vor Reykjavík. Genau genommen handelt es sich um einen riesigen Betonpflock – wenn auch in netter Umgebung. Es war windig, kalt und man konnte nirgends reingehen. Also schnell anggeguckt und zurück ins Auto.

Árbæjarsafn
Árbæjarsafn

Unser nächster Stopp war das Freilichtmuseum Árbæjarsafn in Reykjavík. Dort kann man sich mit der Siedlungsgeschichte der Gegend vertraut machen. Beim Betreten des Geländes waren wir erst einmal enttäuscht. Die nächste geführte Besichtigung war erst in 2 Stunden möglich und es standen einige nicht besonders aufregende Gebäude herum. Also haben wir uns erst einmal auf dem Spielplatz vergnügt (tolle Wippen und brauchbare Schaukeln!). Danach haben wir uns mal etwas weiter vorgewagt und tolle Grashütten und Hobbitbauten entdeckten. Weiterhin gab es Gänse, ein Klohäuschen und einen Hühnerstall in dem ein prächtiger Hahn mit seinem Gefolge residiert hat.

Laundromat
Laundromat

Weiter ging es zu The Pearl (Perlan), ein weithin sichtbares Gebäude mit Glaskuppel, welches das heiße Wasser für die Stadt in riesigen Tanks speichert. Außerdem bietet es die beste Aussicht über die Stadt sowie ein rotierendes Restaurant, das aber erst um 18h öffnet. Um 18h wollten wir aber am liebsten schon in Hellnar sein. Also speisen wir bei Bæjarins Beztu (bedeutet etwa „best in town“), wo es angeblich die besten Hotdogs von Reykjavík (wenn nicht auf der Welt) geben soll. Die Hotdogs sind wirklich gut und vor allem echt günstig für Island. Da wir davon aber nicht satt geworden sind, haben wir uns noch Burger im Laundromat gegönnt.

Bonus
Geiles Bonus Schwein

Nun mussten wir vor unserer Weiterfahrt zur Hütte nur noch einkaufen. Das ist in Island wirklich relativ teuer, auch im Bonus – einer Billigsupermarktkette mit einem notgeilen Schweinchen im Logo. Wenn man genau hinschaut kann man aber zu bezahlbaren Preisen einkaufen. Am gefährlichsten schien der Käse zu sein. Während man um die 350g Gouda für 2-3€ bekommen konnte, kostete die gleiche Menge in Scheiben geschnitten gleich mal 11€.

Nach einem Stopp an der Tankstelle ging es also los Richtung Hellnar, ein Dorf auf der Halbinsel Snæfellsbær im Westen von Island. Und darauf auch noch einmal ganz im Westen. Also am Ende der Welt. Unsere Fahrt führte durch einen Tunnel unterm Meer und vorbei an beeidruckenden Landschaften mit vielen Regenbögen. Manche konnte man sogar von einem Ende bis zum anderen betrachten.

Dark Hellnar
Dark Hellnar

An der Hütte angekommen haben wir erst einmal gejubelt. Die Fahrt war überstanden, die Hütte wunderschön und gemütlich, direkt am Meer. Nachdem wir ausgepackt haben, machten wir uns daran die Gegend zu erkunden. Hellnar hat angeblich 9 Einwohner, zu sehen war davon keiner. Die restlichen Hütten neben unserer waren allesamt leer. Der Himmel bedeckt, keine Menschenseele in der Nähe, ein Besucherzentrum (geschlossen), eine kleine Kirche (geschlossen) mit Friedhof und das myteriöse Hotel Hellnar (geschlossen), vor dem ein roter Transporter steht. Ich fühlte mich deutlich an Szenarien diverser Horrorfilme erinnert (Marke: Gruppe Jugendlicher bezieht einsame Hütte im Wald und wird von diversen Kreaturen gemetzelt). Larissa habe ich davon lieber nichts erzählt aber das war auch gar nicht nötig: Sie hat das wohl genau so gesehen und von sich aus angesprochen. Nun, wo das Grauen einmal beim Namen genannt war, kannte das gemeinsame Gruseln kein Halten mehr. Mittlerweile wusste ich auch nicht mehr, was schlimmer wäre: Weiterhin keinem Menschen zu begegnen oder doch noch einer Person (das wäre im Film dann der seltsame Kauz, der zweideutige Ankündigungen macht) über den Weg zu laufen. Eingeschlafen bin ich erst sehr, sehr viel später – mit dem innigen Wunsch, dass am nächsten Tag doch bitte die Sonne scheinen möge.

Die Galerie zum Tag:

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